15.06.08

«Becha’al utcha» - «aufstehend». 4. Mose 8, 1 -2

Der Gottesdienst in der Stiftshutte begann damit, dass die Menora angezundet wurde.
Die Menora ist ein allen bekannter judischer, siebenarmiger Leuchter. Sie ist ein Symbol vieler geistlicher Aspekte, mit denen wir es tagtaglich zu tun haben.

Wie kann man das Symbol Menora verstehen?

Ich nenne nur einige Beispiele:

1. Der siebenarmige Leuchter – ein Symbol fur Harmonie, die verborgen ist in Gott.
Wenn wir den Leuchter anzunden, stimmen wir damit uberein, dass Seine Harmonie unser Leben erleuchten wird. Was hei?t das: erleuchten?

a. Gottes Gebote befolgen: als Folge davon sind wir erfolgreicher in unserem Leben. Versuchen, den Sinn dieser physischen Gebote zu begreifen, dadurch den Charakter Gottes besser zu verstehen und dem Heiligen Geist zu gestatten, unsere eigene Natur zu erneuern.
b. Dem Wort Gottes, das in der Heiligen Schrift geschrieben steht und dass wir horen, wenn Gott uns auf ubernaturliche Weise besucht, erlauben, unseren Verstand zu erneuern und unseren Glauben an den Schopfer zu festigen.
c. Symbolisiert die 7 Tage der Woche und an jedem dieser Tage konnen wir durch ein speziell fur diesen Tag bestimmtes Licht erleuchtet werden. Das konnen wir auch fur bestimmte Lebensabschnitte anwenden, wenn wir klar sehen, dass die Zeit fur Veranderungen da ist, weil wir erfahrener, weiser, weitsichtiger, gerechter usw. geworden sind.

2. Der siebenarmige Leuchter – ein Symbol des Heiligen Geistes. In der Offenbarung des Johannes steht geschrieben, dass vor dem Thron Gottes sieben Geister Gottes sind. Ich bin sicher, dass das keine korrekte Ubersetzung ist und besser ware es zu sagen, dass es sich um den siebenfaltigen Geist Gottes handelt, d.h., derselbe Heilige Geist, uber den wir in den Schriften lesen, der in uns allmahlich Gottes Fulle sichtbar macht. Ich nenne das die sieben Seiten des Geistes, die der Heilige Geist uns offenbart, denn Er arbeitet in uns und pragt uns.

a. Chesed – Gnade. Das hei?t: wir haben es nicht verdient, und doch hat man sich uber uns erbarmt. In Jeschua, dem Messias, war diese Offenbarung hoher als alles andere, und in uns, seinen Jungern, offenbart der Heilige Geist diese Gabe der Gnade.
b. Gvura – Kraft. Wir wissen, dass es Lebensumstande gibt, wo wir ohne Seine Kraft auch nicht einen Schritt tun konnen. Wenn der Mensch seine ersten Glaubensschritte geht, dann druckt sich genau diese Kraft als Antwort auf Gebete aus und fuhrt uns durch schwierige Situationen.
c. Tiferet – Herrlichkeit und Pracht. Je mehr Zeit Du mit Gott verbringst, desto mehr erlebst Du Seine Herrlichkeit. Du nimmst Seine Herrlichkeit in der Schopfung wahr und in der Gemeinschaft mit Ihm. Schlussendlich merken die anderen Seine Herrlichkeit auf Dir, woruber das Neue Testament sagt, dass wir ein Wohlgeruch des Messias seien.

d. Netzach - Ewigkeit. Eine der Funktionen des Heiligen Geistes ist es, dass Er uns Heilssicherheit daruber schenkt, dass wir durch Jeschua in Ewigkeit gerettet sind. Petrus sagt, „ dass es keinen anderen Namen unter dem Himmel gibt, durch den wir gerettet werden“. Danach vertraut Petrus, dass der Heilige Geist diese Wahrheit in das Herz jedes Glaubigen hinein legt, damit man ohne Furcht vor Gott wandeln kann.

e. Chod oder Tmimut, was auf Unbeflecktheit, Reinheit bedeutet.
Eine wichtige Eigenschaft, die Du oft nicht sofort zu schatzen wei?t. Gleich nach der Bekehrung beginnst Du daran zu denken, dass Du reiner und besser leben solltest, aber tmimut ist nicht Sundlosigkeit, sondern Sehnsucht nach Gott. David schreibt davon, wie der Hirsch nach Wasser lechzt, sehnt sich seine Seele nach Gott. Das hei?t, er will zu Gott und versteht, dass er unwurdig ist, aber er vertraut auf Seine Barmherzigkeit und Seine Fahigkeit zu reinigen und ihn untadelig zu machen. Der Heilige Geist vermittelt uns dieses Anliegen nicht gleich, aber doch in dem Ma?e, in dem wir Gott und Seine Standards kennenlernen.

f. Issod - Grund, Basis. Von den ersten Glaubenstagen an lernen viele, dass der Messias und die Thora, das Gesetz, die Grundlage unseres Lebens sind. Aber fur einen jungen Glaubigen ist das z. g. T. nur Theorie. Der reifere Glaubige versteht, wer und was seine Glaubensgrundlage ist.

g. Malchut, d.h. Konigreich. Das ist die letzte und die ernstzunehmenste Stufe von allen Charakteristika Gottes, die uns der Heilige Geist offenbart: Sohnschaft, Salbung zum Konigreich, Zugehorigkeit zum himmlischen Konigreich.

3. Prophetie. Ich habe bereits daruber gelehrt, dass die Menora Israel und ihre prophetische Bestimmung symbolisiert. Sie symbolisiert ebenso den prophetischen Einfluss der Gemeinde auf die Schopfung. Es bedeutet:

a. das, was Israel anbelangt, ebenso wie die sieben prophetischen Feste, durch die Israel auf die Zukunft weist. Wir lesen in Leviticus 23 uber die Feste des Herrn. Dadurch, dass Israel diese Feste feiert, proklamiert es, ruft es die zukunftigen Tage hervor. Genauer: Israel feiert Passah - es kommt der Messias, und der Engel des Gerichts und des Todes geht an den Erkauften vorbei. Israel feiert Schawuot und dankt Gott fur das Geschenk der Thora. Gott sendet den Heiligen Geist: die Gemeinde, die Kehilah, die Braut des Messias, wird geboren. Ich werde mich nicht wiederholen, mit dem, wie das Fest der Posaunen, Jom Kippur und Sukkot die Zukunft beeinflussen, denn daruber habe ich schon geschrieben. Wer Interesse hat, moge bitte fragen: leon_m@netvision.net.il.

b. In welchem Ma?e betrifft das die Gemeinde und ihre sieben prophetischen Aspekte?
i. Die prophetische Ubertragung der Barmherzigkeit Gottes, d.h., sie zeigt, dass Gott unvoreingenommen ist und sich uber die Heiden erbarmt, uber jeden Menschen, egal in welcher Situation und uber Menschen, die es nicht verdient haben.
ii. Die Offenbarung Gottes. Wir lesen, dass der Name des wunderbaren Kleinkindes Immanuel ist. Das hei?t, das der Messias Immanuel genannt wird und viele stellen die Frage: warum ist der Name des Messias Jeschua und nicht Immanuel, was vom Hebraischen ubersetzt wird: Gott ist mit uns. Immanuel, das ist ein Konzept und nicht ein Name. Warum ein Konzept? Weil man Gott nicht aufnehmen kann. Er ist der Allerhochste, unerreichbar fur unsere Sinne und das wird mit diesem Wort „allmachtig“ ausgedruckt. So sagt Er das sogar zu Mose: „Wenn du mich siehst, wirst du sterben.“
In der judischen Tradition gebiert der Allmachtige aus sich selbst heraus den, der sich den Menschen offenbaren kann. Darin liegt die Natur des Messias, des Sohnes Gottes. Deshalb schreibt der Jude Johannes, der diese Nuancen verstand: “Der eingeborene Sohn, der im Scho? des Vaters ist, der hat Aufschluss uber ihn gegeben (Joh.1, 18).
iii. Israel unterstutzen. Jesaja spricht von den Wachtern auf den Mauern Jerusalems. Diese Offenbarung kommt von Gott. Indem die Gemeinde aus den Nationen diese Offenbarung Gottes erfullt, wird sie zur Hand Gottes, und segnet Gottes Erstgeborenen, sogar wenn Israel diese Offenbarung nicht vollig versteht.
iv. Gottes Fursorge sichtbar machen. Das hei?t: Indem die Gemeinde soziale Projekte und Einrichtungen in der Welt aufbaut, ist sie an den Werken Gottes beteiligt. Jeschua, der Seinen Dienst in Israel tat, sagte, „sie folgen mir, weil ich ihnen Brot gebe“. Er sagte ebenso, „gebt Ihr ihnen zu essen“.
v. Den Teufel besiegen. Sie haben ihn uberwunden durch das Lammes Blut und durch die Kraft des Wortes und ihre Opferbereitschaft. Das ist der Dienst und das Ziel der Gemeinde.
vi. Das Zeichen der Treue Gottes werden. Darin ahnelt die Gemeinde Israel. Israel und auch die Gemeinde sind wiederholt gefallen und haben Unrecht vor Gott getan. Aber wie Er treu und kontinuierlich Israel schutzt, genauso konsequent und wohlwollend ist Er gegenuber der Gemeinde, damit Er das wiederherstellt, was die Menschen zerstort haben.
vii. In das gleiche himmlische Erbe eingehen, das Israel verhei?en wurde – das neue Jerusalem.


Leon Mazin
Shavei Zion, Haifa, Israel
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