Der Gottesdienst in der Stiftshutte
begann damit, dass die Menora angezundet wurde.
Die Menora ist ein allen bekannter judischer, siebenarmiger
Leuchter. Sie ist ein Symbol vieler geistlicher
Aspekte, mit denen wir es tagtaglich zu tun haben.
Wie kann man das Symbol Menora verstehen?
Ich nenne nur einige Beispiele:
1. Der siebenarmige Leuchter – ein Symbol fur
Harmonie, die verborgen ist in Gott.
Wenn wir den Leuchter anzunden, stimmen wir damit
uberein, dass Seine Harmonie unser Leben erleuchten
wird. Was hei?t das: erleuchten?
a. Gottes Gebote befolgen: als Folge davon sind
wir erfolgreicher in unserem Leben. Versuchen,
den Sinn dieser physischen Gebote zu begreifen,
dadurch den Charakter Gottes besser zu verstehen
und dem Heiligen Geist zu gestatten, unsere eigene
Natur zu erneuern.
b. Dem Wort Gottes, das in der Heiligen Schrift
geschrieben steht und dass wir horen, wenn Gott
uns auf ubernaturliche Weise besucht, erlauben,
unseren Verstand zu erneuern und unseren Glauben
an den Schopfer zu festigen.
c. Symbolisiert die 7 Tage der Woche und an jedem
dieser Tage konnen wir durch ein speziell fur diesen
Tag bestimmtes Licht erleuchtet werden. Das konnen
wir auch fur bestimmte Lebensabschnitte anwenden,
wenn wir klar sehen, dass die Zeit fur Veranderungen
da ist, weil wir erfahrener, weiser, weitsichtiger,
gerechter usw. geworden sind.
2. Der siebenarmige Leuchter – ein Symbol des Heiligen
Geistes. In der Offenbarung des Johannes steht
geschrieben, dass vor dem Thron Gottes sieben
Geister Gottes sind. Ich bin sicher, dass das
keine korrekte Ubersetzung ist und besser ware
es zu sagen, dass es sich um den siebenfaltigen
Geist Gottes handelt, d.h., derselbe Heilige
Geist, uber den wir in den Schriften lesen, der
in uns allmahlich Gottes Fulle sichtbar macht.
Ich nenne das die sieben Seiten des Geistes,
die der Heilige Geist uns offenbart, denn Er
arbeitet in uns und pragt uns.
a. Chesed – Gnade. Das hei?t: wir haben es nicht
verdient, und doch hat man sich uber uns erbarmt.
In Jeschua, dem Messias, war diese Offenbarung
hoher als alles andere, und in uns, seinen Jungern,
offenbart der Heilige Geist diese Gabe der Gnade.
b. Gvura – Kraft. Wir wissen, dass es Lebensumstande
gibt, wo wir ohne Seine Kraft auch nicht einen
Schritt tun konnen. Wenn der Mensch seine ersten
Glaubensschritte geht, dann druckt sich genau diese
Kraft als Antwort auf Gebete aus und fuhrt uns
durch schwierige Situationen.
c. Tiferet – Herrlichkeit und Pracht. Je mehr Zeit
Du mit Gott verbringst, desto mehr erlebst Du Seine
Herrlichkeit. Du nimmst Seine Herrlichkeit in der
Schopfung wahr und in der Gemeinschaft mit Ihm.
Schlussendlich merken die anderen Seine Herrlichkeit
auf Dir, woruber das Neue Testament sagt, dass
wir ein Wohlgeruch des Messias seien.
d. Netzach - Ewigkeit. Eine der Funktionen des
Heiligen Geistes ist es, dass Er uns Heilssicherheit
daruber schenkt, dass wir durch Jeschua in Ewigkeit
gerettet sind. Petrus sagt, „ dass es keinen anderen
Namen unter dem Himmel gibt, durch den wir gerettet
werden“. Danach vertraut Petrus, dass der Heilige
Geist diese Wahrheit in das Herz jedes Glaubigen
hinein legt, damit man ohne Furcht vor Gott wandeln
kann.
e. Chod oder Tmimut, was auf Unbeflecktheit, Reinheit
bedeutet.
Eine wichtige Eigenschaft, die Du oft nicht sofort
zu schatzen wei?t. Gleich nach der Bekehrung beginnst
Du daran zu denken, dass Du reiner und besser leben
solltest, aber tmimut ist nicht Sundlosigkeit,
sondern Sehnsucht nach Gott. David schreibt davon,
wie der Hirsch nach Wasser lechzt, sehnt sich seine
Seele nach Gott. Das hei?t, er will zu Gott und
versteht, dass er unwurdig ist, aber er vertraut
auf Seine Barmherzigkeit und Seine Fahigkeit zu
reinigen und ihn untadelig zu machen. Der Heilige
Geist vermittelt uns dieses Anliegen nicht gleich,
aber doch in dem Ma?e, in dem wir Gott und Seine
Standards kennenlernen.
f. Issod - Grund, Basis. Von den ersten Glaubenstagen
an lernen viele, dass der Messias und die Thora,
das Gesetz, die Grundlage unseres Lebens sind.
Aber fur einen jungen Glaubigen ist das z. g. T.
nur Theorie. Der reifere Glaubige versteht, wer
und was seine Glaubensgrundlage ist.
g. Malchut, d.h. Konigreich. Das ist die letzte
und die ernstzunehmenste Stufe von allen Charakteristika
Gottes, die uns der Heilige Geist offenbart: Sohnschaft,
Salbung zum Konigreich, Zugehorigkeit zum himmlischen
Konigreich.
3. Prophetie. Ich habe bereits daruber gelehrt,
dass die Menora Israel und ihre prophetische Bestimmung
symbolisiert. Sie symbolisiert ebenso den prophetischen
Einfluss der Gemeinde auf die Schopfung. Es bedeutet:
a. das, was Israel anbelangt, ebenso wie die sieben
prophetischen Feste, durch die Israel auf die Zukunft
weist. Wir lesen in Leviticus 23 uber die Feste
des Herrn. Dadurch, dass Israel diese Feste feiert,
proklamiert es, ruft es die zukunftigen Tage hervor.
Genauer: Israel feiert Passah - es kommt der Messias,
und der Engel des Gerichts und des Todes geht an
den Erkauften vorbei. Israel feiert Schawuot und
dankt Gott fur das Geschenk der Thora. Gott sendet
den Heiligen Geist: die Gemeinde, die Kehilah,
die Braut des Messias, wird geboren. Ich werde
mich nicht wiederholen, mit dem, wie das Fest der
Posaunen, Jom Kippur und Sukkot die Zukunft beeinflussen,
denn daruber habe ich schon geschrieben. Wer Interesse
hat, moge bitte fragen: leon_m@netvision.net.il.
b. In welchem Ma?e betrifft das die Gemeinde und
ihre sieben prophetischen Aspekte?
i. Die prophetische Ubertragung der Barmherzigkeit Gottes, d.h., sie zeigt,
dass Gott unvoreingenommen ist und sich uber die Heiden erbarmt, uber jeden
Menschen, egal in welcher Situation und uber Menschen, die es nicht verdient
haben.
ii. Die Offenbarung Gottes. Wir lesen, dass der Name des wunderbaren Kleinkindes
Immanuel ist. Das hei?t, das der Messias Immanuel genannt wird und viele stellen
die Frage: warum ist der Name des Messias Jeschua und nicht Immanuel, was vom
Hebraischen ubersetzt wird: Gott ist mit uns. Immanuel, das ist ein Konzept
und nicht ein Name. Warum ein Konzept? Weil man Gott nicht aufnehmen kann.
Er ist der Allerhochste, unerreichbar fur unsere Sinne und das wird mit diesem
Wort „allmachtig“ ausgedruckt. So sagt Er das sogar zu Mose: „Wenn du mich
siehst, wirst du sterben.“
In der judischen Tradition gebiert der Allmachtige aus sich selbst heraus den,
der sich den Menschen offenbaren kann. Darin liegt die Natur des Messias, des
Sohnes Gottes. Deshalb schreibt der Jude Johannes, der diese Nuancen verstand:
“Der eingeborene Sohn, der im Scho? des Vaters ist, der hat Aufschluss uber
ihn gegeben (Joh.1, 18).
iii. Israel unterstutzen. Jesaja spricht von den Wachtern auf den Mauern Jerusalems.
Diese Offenbarung kommt von Gott. Indem die Gemeinde aus den Nationen diese
Offenbarung Gottes erfullt, wird sie zur Hand Gottes, und segnet Gottes Erstgeborenen,
sogar wenn Israel diese Offenbarung nicht vollig versteht.
iv. Gottes Fursorge sichtbar machen. Das hei?t: Indem die Gemeinde soziale
Projekte und Einrichtungen in der Welt aufbaut, ist sie an den Werken Gottes
beteiligt. Jeschua, der Seinen Dienst in Israel tat, sagte, „sie folgen mir,
weil ich ihnen Brot gebe“. Er sagte ebenso, „gebt Ihr ihnen zu essen“.
v. Den Teufel besiegen. Sie haben ihn uberwunden durch das Lammes Blut und
durch die Kraft des Wortes und ihre Opferbereitschaft. Das ist der Dienst und
das Ziel der Gemeinde.
vi. Das Zeichen der Treue Gottes werden. Darin ahnelt die Gemeinde Israel.
Israel und auch die Gemeinde sind wiederholt gefallen und haben Unrecht vor
Gott getan. Aber wie Er treu und kontinuierlich Israel schutzt, genauso konsequent
und wohlwollend ist Er gegenuber der Gemeinde, damit Er das wiederherstellt,
was die Menschen zerstort haben.
vii. In das gleiche himmlische Erbe eingehen, das Israel verhei?en wurde –
das neue Jerusalem.
Leon Mazin
Shavei Zion, Haifa, Israel
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